Im Allgemeinen unterscheiden wir eine fixierte, angeborene Plattfußdeformität von einer flexiblen, unter genetischer Veranlagung, sich entwickelnden Plattfußdeformität bei Kindern. Auf die fixierten und angeborenen Deformitäten soll an dieser Stelle nicht eingegangen werden.

Definition:

In den ersten Lebensjahren nach Laufbeginn gehört die Plattfußdeformität (kindlicher Knick-Senkfuß) zum normalen Entwicklungsschritt der Kinder. Kinder, die nach Laufbeginn, z.B. im Alter von 3 Jahren einen flexiblen kindlichen Plattfuß haben, sind in der Regel nicht krank, sondern besitzen eine Fußform, die einen typischen Entwicklungsschritt im Wachs­tum darstellt. Wenn Eltern sich bei diesen Fußformen unsicher sind, sollte eine spezialisierte fachorthopädische Abklärung erfolgen, um harmlose Deformi­täten, wie sie meist vorliegen, von echten Erkrankungen zu unterscheiden. Insbesondere kommt es auf die Flexibilität der Fußdeformität an, um sie als harmlos zu beschreiben. Fixierte Fußdeformitäten müssen immer fachorthopädisch abgeklärt werden.

Behandlung:

Liegt eine gesicherte kindliche flexible Plattfußdeformität vor, sind krankengym­nastische Maßnahmen und eine Einlagenversorgung frühestens ab dem 5.-6. Lebensjahr sinnvoll. Da genetische Voraussetzungen häufig eine große Rolle spielen, liegt meistens eine solche Deformität auch bei den Eltern der Kinder langjährig vor. In aller Regel begleitet der Facharzt für Orthopädie das Wachstum der Kinder mit einer flexiblen Fußdeformität in bestimmten Abständen, um mit konservativen therapeutischen Maßnahmen einer Verschlechterung der Fehlstatik entgegenzuwir­ken und  das Wachstum sowie die Statik des Fußes in seiner Entwicklung zu unter­stützen. Krankengymnastische Maßnahmen und eine gute Einlagenver­sor­gung sind in diesem Zusammenhang wichtig.

Bei fortschreitender Entwicklung einer flexiblen Plattfußdeformität, die trotz konser­vativer Maßnahmen sich immer weiter verstärkt und/oder Beschwerden verursacht, ist eine operative Therapie in Erwägung zu ziehen. Dabei ist die Sympto­matik der Kinder weniger die Angabe von starken Schmerzen, als vielmehr eine regelmäßige Gehmüdigkeit mit fehlender Motivation Sport zu betreiben und gewisse unspezifische Fußbeschwerden. In diesen Fällen kann nach strenger Prüfung der Indikation durch einen Fußspezialisten eine kleine operative Maßnahme zur Korrektur der Deformität sinnvoll sein.

Diese Therapie wird als Arthrorise bezeichnet, bei der an einer bestimmten Stelle des Fersenbeines unterhalb des Außenknöchels, ein spezielles Implantat eingesetzt wird. Dieses Verfahren ist im Alter zwischen 8-14 Jahren möglich. Durch das Einbringen dieses Implantates findet nicht nur eine mechanische Abstützung statt, sondern es wird in einer Region, in der die Statik und Mechanik des Fußes in erheblichem Maße gesteu­ert wird, eine sogenannte „Umschalt­funktion“ erreicht, bei der durch andere muskuläre Impulse die Steuerung des Abroll­vorganges normalisiert wird. In der Regel lässt sich die Deformität durch diese Maß­nahme vollständig ausgleichen. Nach Wachstums­abschluss wird das Implantat durch einen kleinen Eingriff wieder entfernt.

Da bei Kindern und Jugendlichen die Hüft-, Knie- und Fußachsen sowie deren Rotationen während der Wachstumsphase deutlichen Veränderungen unterworfen sind, kommen bei den Eltern der Kinder häufig Unsicherheiten und besondere Fragestellungen auf. Hier empfiehlt sich eine Vorstellung bei einem Facharzt für Orthopädie mit spezialisierten kinderortho­pädischen Kenntnissen, um die meist harmlosen Veränderungen aufklären zu können.  Neben der fußchirurgischen Spezialisierung besteht in unserer Praxis ein hohes Maß an Erfahrung bei kinderorthopädischen Erkrankungen.

Wir beraten Sie gerne. Für eine Terminvereinbarung stehen wir Ihnen unter folgernder Telefonnummer gerne zur Verfügung: 0211-1691000

DGORh LogoSBerufsverband_fuer_Orthopaedie_und_UnfallchirurgieDr. Jürgen Arnold ist zertifiziertes Mitgliedf des GFFC e.V.DGOU Arnold JuergenRZ Rhein Ruhr
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